unerlebtunglaublich

Wenn ich groß bin, fliege ich zum Mond

Suche, Individualität, im Jetzt leben. Beruf, Träume(c) Hunter Bryant

Eigentlich bin ich gar nicht so. Sentimental. Oder nostalgisch. Ich bilde mir immer ein, nach vorne zu schauen oder im Hier und Jetzt zu leben. Das tut der Seele nämlich gut und macht glücklich. 

Zumindest wird uns das täglich verklickert. Abends liege ich dann im Bett. Mit einem Knoten im Kopf, weichen Knien und einem flauen Gefühl im Magen. Am Geländer auf dem Dach eines Hochhauses taumeln und hinunterstarren. So fühlt sich das dann an. Der ganze Körper kribbelt und vibriert. Dabei müsste ich eigentlich total entspannt sein. Ich besitze so ziemlich Einiges und noch viel mehr. Bis jetzt habe ich so gut wie alles erreicht und bekommen, was ich mir gewünscht habe.

Früher und heute

Heutzutage ist das ja möglich – zumindest hier bei uns. Als Kind habe ich immer gesagt: „Wenn ich groß bin, fliege ich zum Mond“.  Nach den Sternen greifen wollte ich und vom Mond aus geht das besser. Jetzt steht das als Inbegriff für dessen, wovon ich immer geträumt habe. Ich bin wirklich zum Mond geflogen und ich könnte sogar noch viel weiter fliegen, wenn ich das wollte. Und ich will es. Trotz dieser unendlichen Freiheit fühle ich mich unzufrieden. Unglücklich.

Fehlschläge gibt es auch

Das Problem daran ist, dass wir mit Freiheit immer etwas Positives verbinden, das das Scheitern nicht impliziert. Was noch viel verrückter daran ist: Wir müssen nicht einmal scheitern, um unglücklich zu sein. Wir sind es auch so. Diese „wenn, dann“-Gedanken fressen uns innerlich auf. „Wenn ich das erreicht habe, dann bin ich glücklich“. Tja, und dann haben wir es erreicht. Glücklich sind wird trotzdem nicht. Und früher war sowieso alles besser. Gefangen in dieser unendlichen Gedankenspirale können wir uns nicht auf das Wesentliche konzentrieren. Auf das, was wir sind und wie wir sind. Was und wen wir haben. Und einfach glücklich sein.

Nach vorne schauen

Nachts im Bett, wenn meine Gedanken nicht mehr aufhören sich zu drehen, bin ich nicht mehr auf dem Mond. Ich bin auf der Erde. Auf dem Boden der Tatsachen. Ich sehne mich dann wieder danach – nach den Sternen zu greifen. Immer weiter. Immer mehr. Wir denken, dass uns das glücklich macht und die Sterne uns verraten, was wir als nächstes tun sollen. Doch die Sterne erzählen uns nichts. Wir können nicht vorwärtsgehen, wenn wir in den Himmel schauen.

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